3 Gründe, warum Du gemeiner zu Dir selbst bist als zu Deiner Freundin …

… oder: die Arschloch-Stimme in Deinem Kopf

I Durchschnittliche Lesezeit: 3,5 Minuten I

Heute Morgen habe ich mich im Spiegel angeschaut, weil ich über die letzten Monate ein wenig zugenommen habe. Während ich so vor dem Spiegel stand, hörte ich plötzlich richtig laut eine Stimme in meinem Kopf, die mich bewertete: „Boah, Du hast so zugenommen. Du bist so fett. Und Dein Alter kannst Du inzwischen auch schon nicht mehr verleugnen. Schau mal, da an den Schenkel sind schon voll die Dellen zu sehen. Und im Gesicht siehst Du so fertig aus. Aber Du hast Glück, dass Du kleine Brüste hast, die hängen dann wenigstens nicht.“

Wie bitte? Was ist denn das für eine Arschloch-Ansage!? Wenn das jemand in echt zu mir gesagt hätte, hätte ich mich mindestens empört, denjenigen beschimpft und zum Gegenschlag ausgeholt.

Doch bei der Stimme im Kopf war es heute purer Zufall, dass ich sie überhaupt so klar wahrgenommen habe. Und so wirklich neu war die gemeine Aussage irgendwie auch nicht, eigentlich eher vertraut. Also habe ich auch nicht empört reagiert.

Ich nenne diese Stimme im Kopf die “Arschloch-Stimme”. Und ich bin damit nicht allein. Viele Frauen (und auch Männer) haben so einen Fiesling im Kopf sitzen.

Da ist sie, die Arschloch-Stimme

Die Arschloch-Stimme ist wie so ein altes, gemeines Klatschweib, das den ganzen Tag nichts Besseres zu tun hat, als am Fenster zu stehen und Dein Leben zu kommentieren und zu bewerten. Nur hörst Du sie meist nicht so deutlich, weil sie oft unbewusst als Grundrauschen mitläuft.

Dennoch ist sie da. Mal mehr, mal weniger. Und damit beeinflusst sie unbewusst Dein Verhalten und Denken über Dich.

Wenn Dir ständig ein altes Klatschweib auf der Schulter sitzt und jeden Schritt von Dir bewertet, kritisiert und Dich antreibt, was glaubst Du, was das mit Dir macht? Sie bremst Dich in Deinen Möglichkeiten!

Du bist zu niemandem so gemein wie zu Dir selbst

Denn Du weißt selber – vielleicht durch Lehrer, Eltern, Chefs etc. – wie schlecht und wenig motivierend es sich anfühlt, wenn Du ständig eine aufs Dach bekommst.

Warum machst Du es dann bei Dir selber? Warum bist Du so gemein zu Dir? Warum tust Du Dir selber an, was Du niemals Deiner Freundin antun würdest?

Das hat verschiedene Gründe. Drei davon folgen hier. Hast Du sie einmal durchschaut, wird es leichter für Dich werden, das Klatschweib leiser zu stellen.

1. Du bist Dir über die Arschloch-Stimme nicht bewusst

Ganz oft läuft die Stimme einfach nur unbewusst im Hintergrund mit – wie ein Radio, das zu leise gestellt ist. Du hörst zwar Geräusche, aber kannst nicht erkennen, welche Musik gespielt wird.

Dadurch nimmst Du vieles von dem Gemecker und den Bewertungen einfach gar nicht bewusst wahr. Dennoch ist es da und der negative Kram beeinflusst Dich im Unterbewusstsein.

2. Du bist es nicht anders gewohnt

Das Klatschweib quasselt wahrscheinlich schon Dein ganzes Leben auf Dich ein. Denn sie entsteht in der Regel bereits in der Kindheit. Sie läuft schon seit Jahren im Hintergrund mit. Das bedeutet, Du hörst bereits seit Jahren immer die gleiche Kritik und fiesen Bemerkungen.

Deswegen reagierst Du auch nicht mehr empört. Du kennst es ja nicht anders. Und man kann sich ja auch irgendwie an alles gewöhnen.

3. Das Ganze hat auch was Positives

Auch wenn die Arschloch-Stimme so fies daher kommt, verfolgt sie eine positive Absicht. Für irgendetwas ist sie gut. Sie möchte – wie übrigens jeder Anteil in Dir – etwas Positives in Deinem Leben für Dich bewirken.

Diese Absicht kann gerne mal paradox erscheinen. Wenn ich meine Arschloch-Stimme befrage, warum sie so gemein zu mir ist, bekomme ich als Antwort, dass sie dafür sorgen möchte, dass ich besser werde und dadurch ein glückliches Leben führe. Äh, ja klar, klingt logisch – irgendwie – oder auch nicht!?

Oft stecken wirklich „edle“ Ziele hinter dem Klatschweib. Das kann wie bei mir ein glückliches Leben sein oder auch Liebe, Schutz, Anerkennung etc. sein.

Sei Dir selbst die beste Freundin

Das Leben ist Herausforderung genug. Da müssen wir es uns selbst nicht noch unnötig schwer machen. Sei Dir selbst die beste Freundin. Tue Dir selbst nicht Dinge an, die Du anderen nicht zufügen würdest!

Der erste Schritt dazu ist gemacht, wenn Du darauf achtest, was in Deinem Kopf passiert. Höre Deinen Gedanken zu! Konzentriere Dich auf das Radio und nehme es war!

Nehme wahr, wie oft die Arschloch-Stimme eigentlich wirklich da ist und was Dir das Klatschweib versucht einzuflüstern. Übrigens hilft es, wenn Du ihr nicht alles glaubst!

Versuche herauszufinden, was die positive Absicht dahinter ist.

Sei freundlich zu Dir. Lobe Dich. Mach Dir Komplimente z.B. für Dein heutiges Styling oder wenn Dir etwas gut gelungen ist. Du hast es verdient.

Und vielleicht schaffst Du es ja auch mal wieder, Dich zu empören, dass es da jemanden gibt, der es wagt, SO mit Dir zu reden.

 

Kennst Du auch diese Arschloch-Stimme? Ist sie mehr Klatschweib oder Läster-Schwester? Wie gehst Du damit um?

 

Tipp zum Weiterlesen: Warum Du keine Energie mehr hast und was Du dagegen tun kannst

 

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